Ben Nager, Heimtier Ratgeber Serie: "MEIN HEIMTIERFAVORIT"
Ist das eine umweltfreundliche Buchproduktion?
Ich sage Dir, es ist gewaltig, was hinter einer
Buchproduktion steckt und was ein Verlag, bzw. eine Druckerei vornehmen, verändern und umstellen muss, für eine möglichst umweltfreundliche Buchproduktion.
Wird dabei auch auf eine Nachhaltige Produktion geachtet? Wie
nachhaltig kann eigentlich die Produktion von solchen Büchern sein?
Einen Einblick in all dies möchte ich Dir in diesem Beitrag geben. Ich bin mir sicher, dass Du bis jetzt nie an all die vielen Dinge denkst, die es braucht, dass ein Buch als umweltfreundlich bezeichnet werden kann. Du wirst nach diesem Artikel Dein Ben Nager-Heimtierratgeber mit ganz anderen Augen betrachten:
Um Dir einen Einblick hinter die Kulissen einer nachhaltigen Buchproduktion zu geben, erkläre ich Dir nachfolgend, wie meine Nagetier Buchserie "Mein Heimtierfavorit" vom BoD-Verlag in Hamburg, Deutschland produziert wird:
Alle BEN NAGER Heimtier-Ratgeber werden
im "Print-on-Demand" Verfahren produziert.
Beim Print-on-Demand Verfahren werden nur die Bücher in der gewünschten Menge produziert, wie sie auch von Leserinnen und Lesern gekauft worden sind, bzw. die vom Zoofachhandel oder Buchhandel bestellt werden. Das verhindert, dass zu viel Bücher produziert werden und dann gelagert werden müssen. Hat ein Buchhändler zum Beispiel bei einer Neuauflage zu hohen Lagerbestände, muss er die Bücher günstiger verkaufen. Falls sich Bücher schliesslich trotz eines verringerten Preises, nicht absetzen lassen, würden sie schliesslich entsorgt. Das Verfahren, erst auf Nachfrage Bücher zu drucken, ist ökologischer als eine Auflage am Stück zu produzieren, die dann verkauft werden muss. Diese ressourcensparende Produktion ist die Grundlage des Geschäftsmodells, des BOD-Verlags, welcher für meinen Verlag "BEN NAGER BOOKS" die Bücher druckt. Nachhaltigkeit ist für den BoD-Verlag im gesamten Unternehmen sehr wichtig, aber auch ein vorrangiges Anliegen des BEN NAGER BOOKS-Verlag, bzw. von mir als Buchautor. Dies war einer der Gründe weshalb ich mich für die Zusammenarbeit mit diesem Verlag entschieden habe. Das ist aber für ein Verlagshaus mit Druckereibetrieb eine grosse Herausforderung. So wird Schritt für Schritt und stetig die Buchproduktion verbessert, um sie nachhaltiger und umweltverträglicher zu gestalten. Das bedeutet, dass wirtschaftliches Handeln mit ökologischem Bewusstsein verbunden werden muss.
Einige Verbesserungen sind leichter umzusetzen, andere wiederum sehr schwierig. Umstellungen, die leicht zu ändern sind, können schneller umgesetzt werden, andere sind erst nach längerer Zeit machbar. Das liegt daran, dass der gesamte Prozess der Buchherstellung komplex und aufeinander abgestimmt ist. Es ist leider nicht möglich, jeden Bestandteil ohne größeren Aufwand zu ändern. Dafür braucht es eine intensivere Recherche und eine Anpassung auf jeder Stufe des Prozesses, die von außen oftmals nicht auf den ersten Blick sichtbar ist.

Ich erklär Dir jetzt, was der BoD-Verlag bisher umsetzen konnte:
Die Energiepolitik
Die Bucherstellung ist ein sehr energieintensiver Prozess. Der BOD-Verlag achtet daher auf einen schonenden Umgang mit den benötigten Ressourcen, wie Wasser, Energie und Luft und er arbeitet daran, diesen Prozess kontinuierlich zu optimieren.
Seit 2014 beschäftigt sich BoD mit der
Verbesserung seines Co2-Fußabdrucks, also die Menge an verursachtem Co2 in einer bestimmten Zeit zu verringern. Dafür wurde die TÜV-geprüfte Energiepolitik eingeführt, die jährliche Energieziele
vorsieht, die die Energieverbräuche sowie die damit verbundenen CO2-Emissionen kontinuierlich reduziert.
Ein Energiemanagementsystem und ein Energiedatenerfassungssystem misst und überwacht den Energieverbrauch. Das Energieteam bewertet diesen Verbrauch und ist zudem mit allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern für die Planung und Einführung neuer Energiesparmaßnahmen zuständig. Durch die Maßnahmen im Jahr 2019 konnte der spezielle Gesamtenergieverbrauch (kWh pro 1.000 bedruckte Seiten) in
der Produktion im Vergleich zum Vorjahr um 11% vermindert werden.
FSC-zertifizierte Buchseiten
Alle BEN NAGER Bücher werden auf FSC-Mix-zertifiziertem Papier gedruckt. Das bedeutet, dass Papier verwendet wird, das aus mindestens 70% FSC-zertifiziertem oder zugelassenem Recyclingmaterial besteht und die restlichen maximalen 30% den Anforderungen von Controlled Wood entspricht, die vom FSC Controlled Wood Standard vorgegeben werden.
Die wichtigsten Ansprüche für dieses Holz sind die
Vermeidung
– von illegal geerntetem Holz,
– von Holz aus Gebieten, in denen gegen traditionelle und bürgerliche Grundrechte verstoßen wird,
– von Holz aus Wäldern, deren besondere Schutzwerte durch die Waldbewirtschaftung gefährdet sind,
– von Holz, das aus der Umwandlung von Naturwäldern in Plantagen oder in nicht-forstliche Nutzungsformen stammt
– und von Holz aus Wäldern, die mit gentechnisch veränderten Baumarten bepflanzt sind.
Maschinen und Anlagen
Müssen neue Geräte oder Anlagen angeschafft werden, dann erhalten auch diese den Vorrang, die effizient mit Energie und Rohstoffen umgehen. So kann der Verlag langfristig Ressourcen schonen und die Maschinen sind langlebig.
Doch nicht nur in der Produktion achtet der BoD-Verlag auf die Umwelt. Es wurden gleich zwei Bestandteile im Versand umgestellt:
Gras statt Holz
Bisher wurden Verpackungen aus einem Gemisch aus
Holz und Recyclingpapier für den Versand von Büchern eingesetzt. 2019 ist das Projekt zu den neuen Verpackungen gestartet und konnte im selben Jahr schon umgesetzt werden.
Seitdem verschickt der Verlag die Bücher in einer Wickelverpackung mit 30% Grasanteil an den Buchhandel. Somit werden die benötigten Ressourcen verringert und auch weniger Müll produziert.
Vorteile dieser Grasverpackung:
– schnell nachwachsender Rohstoff
– geringerer Wasser- und Energieverbrauch in der Produktion
– geringere CO2-Emissionen
– kein Einsatz von Chemie
– Schonung von Holz Ressourcen
Für viele ist es ein Kritikpunkt, wenn das Gras von Flächen genommen wird, welches dann an anderer Stelle fehlt. Das Gras für die Verpackungen des BOD Verlags stammt von ungenutzten Ausgleichsflächen in der Region und nicht von Flächen aus der Futterindustrie.
Die größeren Pakete, die zum Beispiel für die Kleinauflagen verwendet werden, werden mit Recycling-Papier zur Polsterung aufgefüllt. Beim Versand zum Zwischenhandel, wie den Barsortimenten, und zum Handel, wie Buchhandlungen, verwendet BoD Mehrwegverpackungen auf Kunststoff, sogenannte Buchwannen.
Aus Kunststoff? Ist das nicht klimaschädlich?
Natürlich sind andere Materialien, wie z. B. Pappe, insofern nachhaltiger, da sie biologisch abbaubar sind. Besonders langlebig sind sie jedoch nicht. In der Produktion verursachen Kunststoffe außerdem am wenigsten CO2. Problematisch sind die Nutzungsdauer und die Entsorgung. Unsere Wannen verwenden wir über Jahre hinweg und deshalb müssen diese möglichst robust sein. Bei einer langjährigen Mehrwegverpackung ist deshalb die Ökobilanz von Kunststoffen besser als von anderen Materialien, sofern man den kompletten Lebenszyklus betrachtet.
Kein Paketklebeband mehr aus Kunststoff
Wusstest du, dass das Paketklebeband getrennt vom Karton entsorgt werden muss? Kaum jemand trennt im privaten Haushalt diese beiden Stoffe, obwohl der Karton ins Altpapier und das Klebeband in den Kunststoffmüll gehört. Das ist allerdings seit einer zweiten Neuerung auch gar nicht mehr notwendig!
Das alte Klebeband aus PVC und PP wurde abgelöst von umweltfreundlichem Nassklebeband. Dieses besteht aus nachwachsenden Rohstoffen. Ein robustes Kraftpapier ist auf der einen Seite mit einem Klebstoff auf pflanzlicher Basis bestrichen, der erst bei Kontakt mit Wasser klebt. Dadurch wird das Paketstück so sicher versiegelt und schützt es vor Manipulierung am Verschluss, da diese sofort sichtbar wäre. Das Klebeband ist unempfindlich gegenüber Hitze, Kälte, Staub, Licht und vielem mehr und kann somit länger gelagert werden als das herkömmliche Klebeband aus Kunststoff.
Die Verbindung aus Karton und Klebeband ist organisch und somit abbaubar, denn der Leim ist reine Kartoffelstärke (Dextrin). Somit kann es zusammen in der Papiertonne entsorgt werden.
Ein schöner Nebeneffekt ist der reduzierte Verbrauch durch die höhere Stabilität. Bisher mussten einige Pakete mehrfach geklebt werden.
Der Verbrauch wird zusätzlich minimiert durch die Maschine, die das Klebeband mit Leim versieht. Auf Knopfdruck gibt sie einen Streifen Nassklebeband in der festgelegten Länge aus und kein Mitarbeiter und keine Mitarbeiterin muss händisch mit Augenmaß ein Stück abtrennen.
Ist schon etwas Neues in der Planung?
Ja! Die Energiepolitik ist darauf ausgelegt, dass BoD kontinuierlich nachhaltiger produziert. Jedes Jahr werden neue Maßnahmen erarbeitet, die umgesetzt werden. Das Projekt neue Verpackungen ist durch die Komplexität auch noch nicht komplett abgeschlossen. gibt es neue Themen, denen sich BoD annehmen möchte.
BoD will bei jeder Entscheidung sicherstellen, dass weiterhin eine hohe Herstellungsqualität der Bücher gewährleistet ist und ökologisch die beste Option gewählt werden kann.
Paketaufkleber aus Gras
Bisher war das Paketklebeband mit dem BoD Logo bedruckt. Beim neuen Nassklebeband ist das nicht möglich. Deshalb wird es bald passende Aufkleber aus Graspapier geben! Und natürlich will BoD auch für die größeren Versandgrößen Kartons aus Graspapier verwenden.
Einschweißfolien
Auch das Thema Einschweißfolie für die Bücher beschäftigt BoD schon eine Weile. Unsere Einschweißfolie ist eine sogenannte Monofolie. Das bedeutet, dass sie aus einer Kunststoffart besteht, die leicht recycelt werden kann. Der in der Produktion anfallende Verschnitt führt BoD dem Recycling zu. Trotzdem stellt sich die Frage, ob es nicht eine bessere Variante gibt. Viele Verlage arbeiten schon an Alternativen, wie Frischesiegel oder Papierbanderolen.
BoD arbeitet bereits an einer Lösung. Bevor eine Entscheidung getroffen wird, will BoD ganz genau schauen, was die ökologisch sinnvollste Lösung ist. Es gibt unzählige Optionen und Möglichkeiten und nicht den einen Weg. Der einfache Verzicht bedeutet zum Beispiel Veränderungen und Anpassungen der Maschinen in der Produktion. Auch beim Transport muss geschaut werden, dass die Bücher möglichst nicht beschädigt werden. Um Einschweißfolien durch Banderolen oder Siegel zu ersetzen, muss der Prozess angepasst, Maschinen voraussichtlich ersetzt und möglicherweise neue Lieferanten gefunden werden. Zudem ist Papier schwerer als die Einschweißfolie. Der Einsatz von Banderolen würde bedeuten, dass ein höheres Gewicht transportiert werden müsste, was zu einem höheren Antriebsmittelverbrauch der Fahrzeuge führen würde. All das sind Faktoren, die BoD beachten muss und die auch viel Planung in Anspruch nehmen.
Früher zum Beispiel, als die Hardcover noch nicht eingeschweißt wurden, hat der Verlag einige Schutzumschläge mehr produziert, die er an die Buchhändlerinnen und Buchhändler schicken konnte, wenn diese beim Transport beschädigt worden sind. Diese Variante war nicht frei von Müll und bedeutete einen zusätzlichen Transportweg. Abzuwägen ist hier auch, was umweltfreundlicher ist. Die größere Menge an vollständig recycelbaren Kunststofffolien oder die kleinere Menge an Schutzumschlägen, die im Restmüll entsorgt werden müssen.
Aktuell werden bei BoD Alternativen zu Einschweißfolien getestet und es wird überlegt, wie die Wahl eröffnet werden kann, dass die Autorinnen und Autoren sowie Verlage entscheiden können, ob ihr Buch eingeschweißt wird oder nicht.
Fazit
Durch die Energiepolitik von BoD, dem FSC Papier und der Arbeitsweise mit neuen Maschinen und Anlagen wird der Verlag Stück für Stück das Vorhaben erreichen, auf die ökologischste Weise Bücher herzustellen. Mit den neuen Verpackungen und dem umweltfreundlichen Nassklebeband kommt er diesem Ziel einen Schritt näher. Und auch in Zukunft plant BoD weitere Umstellungen, wie zum Beispiel die Aufkleber aus Gras oder die Alternativen einer Einschweißfolie.
Wenn also berücksichtigt wird, was alles hinter einem Ratgeber von Ben Nager steckt, was BoD und die Druckerei alles bewältigen, bis dieser Ratgeber in deinen Händen liegt, so wird einem noch mehr bewusst, wie wertvoll so ein Heimtierratgeber sein kann.




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