6. Degus - Sind Gitterkäfige als Degu Käfig empfehlenswert?

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(aktualisiert 12.03.2026)

 

Du stehst vor der Entscheidung, welchen Käfig Du Dir für Deine Degus zulegen möchtest?

Die meisten Leute, die vor dieser Situation stehen, sind verunsichert, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten. Ob Du im Fachhandel nachfragst, das Internet durchforstest, in Foren Informationen einholst oder auf Tipps im Bekanntenkreis hörst, es wird kompliziert. Jeder meint es gut, aber meistens ist ein Neuling ob der vielen Informationen und Gegensätze überfordert.

 

Nachfolgend liste ich mal auf, was von Züchtern, Privathaltern, Foren, Zoofachhändler, Tiermagazinen aber auch im TV oder Radio etc., Querbeet empfohlen wird:

  • Rattenkäfige
  • Vogelvolieren
  • alte Holzkästen die umgebaut werden müssten
  • Reptilienterrarien
  • Glasterrarien die für Nagetiere konzipiert wurde
  • Nagarien
  • alte Aquarien
  • Eigenbau

 

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Gibts es einen idealen, empfehlenswerten Degukäfig? Photo: Depositphoto@Sergiy Tryapitsyn

Tatsache ist, dass es kaum speziell für Degus entwickelte Käfige gibt. Der Markt ist schlichtweg zu klein, als dass sich Käfighersteller damit wesentlich befassen können. Meerschweinchen, Ratten und Hamster werden insgesammt häufiger gehalten als die quirligen Strauchratten aus Chile. Sogenannte Degukäfige (hauptsächlich aus den USA), sind zum Beispiel für Europäische Anforderungen und Masstäbe, aber auch von der Optik her  gar nicht brauchbar. Du darfst dich nicht von der Optik täuschen lassen, auch wenn viele Käfige auf den ersten Blick passend wirken. Nicht das ist tiergerecht, was gut aussieht, sondern das, was sich für den Degu bewährt hat.

Falls Du mehr über Degukäfige erfahren möchtest, kann ich dir meinen Bericht: "Degukäfig - Die wirklich richtige Käfiggrösse" empfehlen.

 

Als ich vor über 40 Jahren, wohl die ersten Degus in die Schweiz einführte, war ich erstaunt, dass die Transportboxen mit dickem, massivem Blech ausgekleidet waren. Schnell wurde mir aber bewusst, dass mein damaliger Exporteur genau wusste, was er tat, denn Degus sind gewaltige Nager!

Wer weiss schon, dass Ihr Nagetrieb und Ihr Gebiss massiver ist als das von Ratten? Und wohl verstanden, Ratten sind in der Lage, Beton durchzunagen! Nagetiere nagen aber nicht aus Freude. Da Ihre vorderen Schneidezähne dauernd weiterwachsen, sind sie gezwungen, diese immer wieder abzuschleifen. Mit starkem nagen, an allem was massiv ist, geht das prima. Unglücklich natürlich, wenn Degus im Gitterkäfig gehalten werden. Das dauernde nagen am Gitter ist ein häufiger Grund, weshalb davon gebeutelte Deguhalter Ihre Tiere leider wieder abgeben. Eigentlich schade, hätten sie doch mein Degu-Buch, bzw. diesen Artikel gelesen. (Augenzwinker)😁

Ich behaupte, dass jemand, der Gitterkäfige für eine Gruppe Degus empfielt, vermutlich selber noch nie Degus zu Hause gehalten hat. Also ich müsste dieses permanente nagen auch nicht haben!

Also:  Finger weg vom Gitterkäfig für Degus!

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Gitterkäfige sollten für Strauchratten auf keinen Fall verwendet werden! Photo: Depositphotos@Arch88

Egal ob nur ein Gitterkorb auf einer Glaswanne steht, Aerger ist mit Gitter immer durch nervendes nagen vorprogrammiert.

Ein weiterer Grund, der mich persönlich sehr stört, ein Gitterkäfig sieht immer nach Gefängnis aus, da bringt auch eine schöne Einrichtung nichts. Aber Achtung, ich möchte nicht etwa falsch verstanden werden! Jemand der Degus im Gitterkäfig oder einer Voliere pflegt, hält seine Tiere deswegen nicht schlecht! Da Du meinen Artikel liest, gehe ich davon aus, dass Du meine Meinung hören willst und ich bin nun mal prinzipiell gegen die Haltung von Nagetieren in Gitterkäfigen.

Falls Du weitere interessante Berichte von mir über die haltung von Degus lesen möchtest, kann ich dir folgenden empfehlen, der gerade vor dem Kauf einer Degugruppe viel Sinn macht: "13 Voraussetzungen bevor du Degu kaufst" oder "Sind Degus als Haustiere geeignet?" 

 

In den meisten deutschsprachigen Gebieten ist für Degus eine Bodenstreuhöhe von 30cm vorgeschrieben. Dies ist auch eine aus meiner Sicht ganz vernünftige Höhe. Uebertrieben finde ich Angaben über empfohlene Bodengrundhöhen von 50cm und mehr. Dies empfinde ich als ein Bestreben mit dem Ziel dazu, dass uns die Freude an der Haltung dieser Tiere genommen werden will. Doch ganz ehrlich, hat jemad schon Gitterkäfige mit einer Wannenhöhe von mindestens 35 bis 40cm oder sogar 50 bis 60cm gesehen? Kaum! Also muss gebastelt werden, z.B. mit Plexiglas eine Umrandung montieren, aber schön sieht das meistens auch nicht aus.  

Besser geeignet sind da schon, wie oft bei Ratten verwendet, alte Schränke oder Kästen. Rückwand und Seitenwand sind zwar vollflächig aus Holz, aber es lässt sich ja eine Beleuchtung an der Decke montieren, damit nicht alles zu düster aussieht. Die Kastentüren sollten aber mit Glas, an Stelle von Gitterdraht, verbaut werden. Wichtig ist dabei, dass diverse ausbruchsichere Lüftungsluken gemacht werden, vorteilhaft aus Metall, damit die Tiere im Gehege eine gute Belüftung haben. Ebenso empfielt es sich, den Bodenbereich auf etwa 35 bis 40cm Höhe mit einer für die Tiere ungefährlichen Lasur auszustreichen. Aber ich finde so einen Kasten sicher für die Tiere interessant, aber schön sieht das für mich nicht aus, obwohl sich so ein Käfig absolut vielseitig einrichten lässt.

Es gibt auch Käfige, wo der Zugang nur von oben möglich ist. Für Degus bedeutet aber alles was von oben kommt, Gefahr! Siehe dazu auch meinen Artikel: "Gefahr für Degus."

 

Es gibt noch viele andere Käfig Beispiele. Ich möchte aber im Wohnbereich ein schön aussehendes Gehege, ähnlich einem Aquarium oder Terrarium. Ich möchte darin einen kleinen Lebensraum einrichten, der meinen Tieren Spass macht und sie Ihr Verhalten ausleben lässt. Alleine schon das Betrachten der Tiere in so einem Gehege sind Welten im Vergleich zu einem Gitterkäfig. Ich möchte meine Tiere naturnah betrachten und mich an dem eingerichteten Geheg erfreuen.

 

Eigenbau wird auch oft empfohlen und als Material wird dann meistens Holz verwendet. Der Vorteil ist dabei, dass die ganze Form und Grösse des Käfigs selber gewählt werden kann. Doch der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Wer nicht ein hohes handwerkliches Geschick hat, sollte die Finger davon lassen. Meistens ist so ein Gehege aus Hobbyhand nicht Wohnzimmertauglich. Zudem wird im Endeffekt alles kaum günstiger als ein halbwegs hochwertiges Gehege.

 

Aber was  ist jetzt das beste Gehege für Degus? Ja, ich nenne diesen von mir bevorzugten Behälter nicht Käfig, denn er ist es ganz einfach nicht. Es ist ein Gehege. Ein Wohnraum hinter Glas, ja sogar, je nach Einrichtung, ein kleiner Naturausschnitt hinter Glas. Das für Nagetiere entwickelte Nagerterrarium ist die idealste und für Tier und Mensch sinnvolste und geeigneteste Gehege.

Ja, es ist nicht der günstigste Gehegetyp aber es lohnt sich, lieber etwas länger zu sparen um sich dann ein solches Glas zuzulegen.

Wenn du typische Anfängerfehler vermeiden und sowieso mehr über eine wirklich tiergerechte Haltung von Degus erfahren möchtest, welche Kosten anfallen für Anschaffung und Unterhalt, welches Futter geeignet ist, wie Du ein Degugehege attraktiv für Tier und Mensch einrichten kannst, wie die gesetzlichen Bestimmungen im deutschsprachigen Europa sind, oder praxiserprobte Tipps, worauf Du beim Degukauf achten solltest, dann kann ich Dir mein Degu Buch empfehlen.

 

Eine Leseprobe findest Du dort auch. Es freut mich ausserordentlich, dass dieses Buch bereits nach kurzer Zeit ein Buch-Bestseller in der Rubrik "Ratgeber-Hobby" geworden ist. Besten Dank an alle Deguliebhaber, die zu diesem Erfolg beigetragen haben....

 

Hast Du noch Fragen zur Deguhaltung? Möchtest du über andere nagetiere etwas wissen? Hier antworte ich in der Regel meinen Lesern innerhalb von 1 bis 2 Tagen, kostenlos: "Fragen an den Autor".

Und wenn Du noch mehr Infos suchst, besuche meine Webseite: www.bennagerbooks.com

Uebrigens, wenn Du Fotos von Deinem Gehege hast, scheu Dich nicht, mir Bilder davon zu senden ob Gitterkäfig, Aquarium, Holzkasten oder Nagerterrarium, mich interessiert alles und ich würde mich sehr freuen! Sende die Fotos an [email protected]

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Ein Käfigzugang von vorne ist immer vorzuziehen. Photo: B. Grendelmeier

Herzlichst, Ben Nager

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Ben Nager

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