
( aktualisiert 02.06.2026)
Du stehst vor der schwierigen Entscheidung, welchen Käfig du für deinen Zwerghamster kaufen möchtest? Dass du dich vorab umfangreich Informiert hast, ob ein Zwerghamster für dich als Heimtier geeignet ist, nehme ich an. Ich empfehle dir dazu diesen Artikel von mir: "Zwerghamster: Sind es wirklich Haustiere?"
Jetzt stehst du also vor der Entscheidung, welches ist der richtige Zwerghamsterkäfig?
Die meisten Hamsterliebhaber, die vor dieser Situation stehen, sind verunsichert, denn es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten und viele Käfige wirken auf den ersten Blick passend. Sie kommen dazu auch noch in verlockenden Farben, Formen und Ausführungen daher. Denke aber daran, dass tiergerecht nicht das ist, was gut aussieht, sondern das, was sich für den Zwerghamster wirklich bewährt hat. Du kannst im Zoofachhandel nachfragen, im Internet recherchieren, in einem Ratgeber nachlesen, in Foren stöbern oder auch im Bekanntenkreis nach Tipps fragen.
Jeder meint es gut mit dir, gibt dir hilfsbereit Tipps und Erfahrungen weiter, aber meistens bist du ob der vielen, oft völlig gegensätzlichen Empfehlungen, noch mehr verunsichert als vorher!
Nachfolgend liste ich mal auf, was von Züchtern, Privathaltern, Foren, Zoofachhändlern, Tiermagazinen, aber auch im TV oder Radio etc., querbeet, empfohlen wird:
• Klassischer Hamsterkäfig mit Drahtgitterkorb und Kunststoffwanne
• Kleiner, alter Vogelkäfig
• Alter Holzkasten oder Schrank, der umgebaut werden müsste
• Altes Aquarium
• Grosse Kunststoffbox oder Holzkiste
• Glasterrarium oder Nagarium, welches für Nagetiere konzipiert wurde
• Reptilien Terrarium
• Glasvitrine aus dem Möbelhaus
• Eigenbau
...und vieles mehr.
Ich habe festgestellt, dass es gar nicht mehr eine so große Käfigvielfalt im Fachhandel gibt, wie das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Da zählten Gitterkäfige von 40, 50 cm Länge zum Standard und die Farbenvielfalt war nicht zu überbieten. Und wer erinnert sich noch an ganze Kunststoffrohr Landschaften?
Noch heute sind die klassischen Gitterkäfige bei vielen Menschen die gängigste und bekannteste Form der Hamsterhaltung. Heute sind zwar die Bodenwannen aus Kunststoff immer häufiger 15 cm hoch (früher: 5 cm) oder als Bodenschale ist eine Glaswanne vorhanden. Aber jeder, der schon Nagetiere im Gitterkäfig gehalten hat, weiß, dass dies zu sehr unangenehmen Geräuschen führen kann. Der kleine Kerl nagt nachts meist mit Leidenschaft am Gitter. Nagetiere nagen aber nicht aus Freude. Da ihre vorderen Schneidezähne dauernd weiterwachsen, sind sie gezwungen, diese immer wieder abzuschleifen. Das starke Nagen an massiven Gegenständen, wie beispielsweise Gitterstäben, ist sehr effektiv. Das dauernde Nagen am Gitter ist aber leider aus meinen Erfahrungen ein häufiger Grund, weshalb davon gebeutelte Nagetierhalter*innen ihre Tiere bedauerlicherweise wieder abgeben. Eigentlich schade, hätten sie doch diesen Zwerghamsterartikel hier drin gelesen. 😁
(Uebrigens, falls Du etwas über den Kauf eines Zwerghamsters erfahren möchtest, lies hier: "Zwerghamster - Kaufen, aber wo am besten?"
Also: Finger weg vom Gitterkäfig, bei allen Nagetieren!
Gitterkäfige regen neben dem lästigen nagen am Gitter, Hamster dazu an zu klettern. Zwerghamster sind jedoch Bodenbewohner und verfügen über schlechte Kletterfähigkeiten. Unfälle durch Herunterfallen sind also vorprogrammiert. Auch wenn es noch so süss und lustig aussieht, wenn dein Hamster am Gitter, (gar an der Decke!!) herumhangelt, für deinen kleinen Zwerghamster ist das keine Freude sondern Stress pur, glaube mir.
Ein weiterer Grund, der mich persönlich sehr stört: Ein Gitterkäfig sieht immer nach Gefängnis aus, da bringt auch eine schöne Einrichtung nichts.
Aber Achtung! Ich möchte nicht etwa falsch verstanden werden! Jemand, der seinen Zwerghamster im Gitterkäfig oder einer Voliere pflegt, hält seine Tiere deswegen nicht schlecht! Da Du meinen Artikel liest, gehe ich davon aus, dass Du meine Meinung hören willst, und ich bin nun mal nicht begeistert von der Haltung von Nagetieren in Gitterkäfigen und rate davon ganz klar ab.
In den meisten deutschsprachigen Ländern ist für Hamster im Allgemeinen eine Bodenstreuhöhe von 15cm vorgeschrieben. Dies ist aus meiner Sicht auch eine ganz vernünftige Höhe. Übertrieben finde ich Angaben über empfohlene Bodengrundhöhen von 50cm und mehr. Dies empfinde ich als ein Bestreben, mit dem Ziel, dass uns die Freude an der Haltung dieser Tiere genommen werden will. Doch, ganz ehrlich, hat jemand schon einen Gitterkäfig für Zwerghamster mit einer Wannenhöhe von über 15 bis 20 cm gesehen? Kaum! Aber niemand will die ganze Streu außerhalb des Käfigs, im Wohnzimmer! Fünf bis zehn Zentimeter über der Streuhöhe müsste die Wanne schon sein. In der Regel ist es also notwendig, selbst Hand anzulegen und beispielsweise eine Umrandung aus Plexiglas anzubringen. Leider ist das Ergebnis in der Regel nicht besonders ansprechend.
Besser geeignet sind da schon alte, kleinere Schränke oder Kästen. Rückwand und Seitenwände sind zwar vollflächig aus Holz, aber es lässt sich eine Beleuchtung an der Decke montieren, damit nicht alles zu düster aussieht. Die Kastentüren sollten aber mit Glas anstelle von Gitterdraht verbaut werden. Wichtig ist dabei, dass diverse, ausbruchsichere Lüftungsluken eingeplant werden, vorteilhaft aus Metall, damit die Tiere im Gehege eine gute Belüftung haben. Ebenso empfiehlt es sich, den Bodenbereich auf etwa 20 bis 30 cm Höhe mit einer für die Tiere ungefährlichen Lasur auszustreichen. Aber ich finde, so einen Kasten, sicher für die Tiere interessant, aber schön sieht das für mich nicht aus, obwohl sich so ein Käfig absolut vielseitig einrichten lässt.
Es gibt auch Käfige, zum Beispiel Aquarien, die nur von oben zugänglich sind. Für kleine Nagetiere wie den Zwerghamster bedeutet aber alles, was von oben kommt, Gefahr! Trotzdem kann ich sagen, dass solch ein ausgedientes Aquarium, bei richtiger Grösse (mindestens 100x50x50cm, besser 120x60x60cm (LxBxH) eine gar nicht so schlechte Lösung, und erst noch günstig ist. Wichtig ist aber, dass genügend Infrastruktur vorhanden ist und ein Gitterdeckel als Abdeckung angewendet wird.
Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Käfige. Ich möchte aber im Wohnbereich ein schön aussehendes Gehege, ähnlich dem Stil eines Aquariums oder Terrariums. Ich möchte darin einen kleinen Lebensraum einrichten, der meinen Tieren Spaß macht und es ihnen ermöglicht, ihr Verhalten auszuleben. Allein schon das Betrachten der Tiere ist in so einem Gehege fantastisch und spannend im Vergleich zu einem Gitterkäfig. Ich möchte meine Tiere naturnah betrachten und mich auch an dem eingerichteten Gehege erfreuen. Und der Zugang zum Zwerghamster sollte unkompliziert und mühelos möglich sein.

Eigenbau wird auch oft empfohlen, wobei in der Regel Holz als Material verwendet wird. Der Vorteil ist dabei, dass die ganze Form und Größe des Käfigs selbst gewählt werden kann. Doch der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Wer nicht ein hohes handwerkliches Geschick hat, sollte die Finger davon lassen. Meistens ist so ein Gehege aus Hobbyhand nicht Wohnzimmertauglich. Zudem wird alles im Endeffekt kaum günstiger als ein halbwegs hochwertiges Gehege.
Aber was ist jetzt das beste Gehege für deinen Zwerghamster?
Ja, ich nenne diesen von mir bevorzugten Behälter bewusst nicht Käfig, denn er ist es ganz einfach nicht. Es ist ein Gehege. Ein Wohnraum hinter Glas, ja sogar, je nach Einrichtung, ein kleiner Naturausschnitt hinter Glas. Das von mir vor Jahren ursprünglich für Degus konzipierte Nagerterrarium eignet sich auch für den Zwerghamster bestens. Dieses tiergerechte und zeitgemässe Gehege, hat sich bis heute seit Jahren bewährt, und ich treffe es erfreulicherweise immer wieder im Fachhandel an.
Wenn du das Thema Käfigwahl noch vertiefen möchtest, habe ich die wichtigsten Grundlagen ausführlich in einem Zwerghamster-Leitfaden, gut verständlich und praxisorientiert erklärt. Dort findest du verschiedenste Käfigtypen abgebildet, verständlich erklärt, mit all ihren Vor- und Nachteilen und mit umfassendem Praxis-Wissen über die Zwerghamsterhaltung heute.
Solltest du noch Fragen zur Zwerghamsterhaltung haben, stehe ich dir mit meinem ganzen Wissen gerne zur Verfügung. Schreibe mich einfach hier an: " Fragen an den Autor". In der Regel versuche ich meinen Lesern innerhalb von 1 bis 2 Tagen (selbstverständlich kostenlos) zu antworten.
Herzlichst, Ben Nager




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